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Die Gefahr des Ego
14.09.2006, 17:16:50 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.09.2006 23:17:15 von Greyskin.)
Beitrag: #1
Die Gefahr des Ego
Hier mal ein Zitat eines guten Freundes und Shihans.
Ist wert, es genauer zu betrachten und wirken zu lassen.

Zitat
" .....Sie verstehen wahres Budo nicht, was uns Hatsumi Sensei lehrt. Sie müssen keine schlechten Personen sein, aber sie verstehen wahres Budo nicht. Das reicht. Deswegen können sie getötet werden. Du hast es selbst gesehen, da sind viele mit hohen Graduierungen, aber wenig Hintergrunderfahrung. Es ist meine Meinung, dass Hatsumi Sensei ihnen das gibt, was sie wollen, was sie aber damit machen ist ihr Problem. Einer meiner Freunde sagte zu mir vor einigen Jahren in Japan. "Schau, sie sind lebende Zielscheiben, aber sie wissen das nicht oder sehen es nicht, wegen ihres Egos. Und auf der Straße könnten sie deswegen getötet werden." Viele vergessen, wieso sie mit Ninjutsu begonnen haben. Wenn sie gewisse Graduierungen erreicht haben vergessen sie Studenten zu sein, weil sie denken sie haben es. Sie denken an alles andere, nur nicht an die Kriegskunst. Lehrer sind nicht Lehrer, weil sie das sein wollen. Sie sind Lehrer, weil andere Leute von ihnen lernen wollen."
Zitat ENDE

steckt viel drin.
Wie auch Hatsumi Sensei sagt.
"Hört auf zu reden, trainiert."


bufu ikkan Wink

Arnold

Shidoshi
Bujinkan Fûshikaden Dojo
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14.09.2006, 17:39:53
Beitrag: #2
RE: Die Gefahr des Ego
Hallo Arnold,

danke das du das hier reingesetzt hast!

Wer mich kennt weiss wie ich denke und wovon ich schon seit Jahren spreche Wink

Bufu Ikkan!

Markus Behmer
Bujinkan Shidoshi

Bujinkan Austria
Bujinkan Dojo Salzburg
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04.12.2006, 10:32:32
Beitrag: #3
RE: Die Gefahr des Ego
Mir wurde nun auch bewusst dass ich selbst eine Zielscheibe bin. Egal wo! Das Ego ist heimtückisch und führt dich vom Ziel komplett weg. Man muss sich stets sein wahres Ziel, seine Aufgaben und den Weg dorthin vor Augen halten!

Lg.
Mike

Om mani padme hum
( 六字大明呪 )
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04.12.2006, 13:59:28
Beitrag: #4
RE: Die Gefahr des Ego
Liebe Alle,
Besagten Text habe ich nun 2x gelesen, ein wenig darüber reflektiert und den einen oder anderen Gedanken dazu gewonnen: Jedoch wirklich verstanden was gemeint ist, habe ich nicht.

Könnt Ihr mir den einen oder anderen Hinweis oder die eine oder andere Erklärung anbieten?

Danke vorab&
Liebe Grüße,

Bushi

Wer weiß wie man aufsteht, kann ruhig 'mal fallen...
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04.12.2006, 16:18:57
Beitrag: #5
RE: Die Gefahr des Ego
Ich probiers mal ^^

Es geht darum dass selbst wenn man noch so intensiv lernt und alle Übungen perfekt beherrscht kann es dennoch sein das du es nicht verstanden hast was dir die Übung/Lehre oder der Meister beibringen will. In diesem Fall hast du nur eine absolut gute Nachahmung gemacht. Ob du es verstanden hast oder nachahmst kann man schwer auseinander halten. Das kann selbst einen hoher gestellten als dir mal passieren. Das gefährlich dabei ist das du glaubst dass du etwas kannst. Das macht dich zur freien Zielscheibe. Denn wenn es mal darauf ankommt, nicht ob du es kannst sondern ob du es verstanden hast, wirst du versagen. Daher verliere nie dein Ziel sowie den Weg dort hin aus deinen Augen. Mach dir jeden Tag klar was du vorhast und wie du dort hinkommen willst.

Ich hoffe ich habe selber den Text richtig verstanden und konnte dir damit helfen.

Lg.
Naruto

Om mani padme hum
( 六字大明呪 )
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04.12.2006, 16:44:09 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 04.12.2006 16:44:43 von Bushi.)
Beitrag: #6
RE: Die Gefahr des Ego
Danke für Deine Antwort, Naruto!

Ich frage nun bewußt expliziter nach: Wie kann ich für mich erkennen, ob ich etwas nachahme oder verstanden habe?

Bezogen auf Bujinkan weiß ich und merke ich, daß mir das Training nicht nur Techniken vermittelt, sondern noch viel mehr. Die Frage ist nun, ob das was ich aus dem Training mitnehme auch das ist, was mir die Lehre vermitteln will. Das zu überprüfen, scheint ja nicht so leicht zu sein - oder doch?

Liebe Grüße, Bushi

Wer weiß wie man aufsteht, kann ruhig 'mal fallen...
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04.12.2006, 17:46:43
Beitrag: #7
RE: Die Gefahr des Ego
In der Tat Bushi!
Es ist schwierig dies heraus zu finden.

Ich denke mal dass man es mit dem trainieren bzw. üben mit anderen Schülern am besten erkennen kann ob man die Technik nachahmt oder beherrscht!

Nachahmen kann man ja nur das was man sich abgeguckt hat und das passt nur zu einer bestimmten Situation. Wenn du mit anderen üben tust, stehst du vor verschiedenen Situationen (einmal von rechts, dann von links, von hinten,……) und deine Technik die du doch so gut beherrscht hast, funktionier auf einmal nicht mehr richtig!

Aber ich denke auch tiefe Meditation in der du deine neu erlernte Technik sowie deine ältern wieder im Geiste durchgehst kann Klarheit bringen ob du es verstanden hast!

Ich möchte aber dazu sagen dass ich weder Meister noch Sensei bin! *gg*

Frage deinen Sensei oder Meister!
Ich denke er wird dir am besten weiterhelfen können!

Lg.
Naruto

Om mani padme hum
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04.12.2006, 22:32:12
Beitrag: #8
RE: Die Gefahr des Ego
Bushi schrieb:Danke für Deine Antwort, Naruto!

Ich frage nun bewußt expliziter nach: Wie kann ich für mich erkennen, ob ich etwas nachahme oder verstanden habe?

Bezogen auf Bujinkan weiß ich und merke ich, daß mir das Training nicht nur Techniken vermittelt, sondern noch viel mehr. Die Frage ist nun, ob das was ich aus dem Training mitnehme auch das ist, was mir die Lehre vermitteln will. Das zu überprüfen, scheint ja nicht so leicht zu sein - oder doch?


Ein recht guter Hinweis, daß du zu verstehen beginnst ist, wenn du trotz höherem Rangs immer noch unter anderen (auch Leuten, die weit weniger graduiert sind als du) ganz normal trainieren und lernen kannst.
z.B. Dean sensei trainiert in Japan immer mit allen möglichen japanischen Shihanen, obwohl er ein 15. Dan ist (was auch bei niedriger graduierten oft nicht der Fall ist, die trainieren nur bei Hatsumi sensei). Er wurde schon während eines Trainings bei einem Shihan gefragt, ob er nicht unterrichten will und er hat abgelehnt, mit der Begründung, daß er selber dort ist um zu lernen.
Chris Roworth war immer einer der unauffälligsten im Hombu Dojo, er hat sich nie hervorgetan. Und während Hatsumi sensei bei anderen Shihanen, die demonstrieren sollten, öfter vorzeigen ließ, bis er zufrieden war, hat Chris immer nur einmal vorzeigen müssen.


Das wichtigste im Bujinkan ist, die Prinzipien hinter den Techniken zu erkennen, und die Technik sein zu lassen. Wenn man das Prinzip z.B. der Sanshin no Kata auch im täglichen Leben anwenden kann (in der Arbeit, in einer Diskussion, in einer Beziehung, wenn du krank bist), fängt man schon an zu krabbeln. Mit dem Godan Test machst du dann deine ersten Babyschritte.

Zitat Hatsumi sensei:
In einem Kampf gewinnt nicht der, der besser ist, sondern der, der weniger Öffnungen hat

Deine eigenen Öffnungen erkennen und zu schließen ist wichtiger Teil des Trainings. Deshalb gibt es auch recht hohe Fluktuationen im Bujinkan. Es wird jedem ein Spiegel vorgehalten, und viele mögen nicht, was sie da sehen. Es gibt für jeden den Punkt, an dem es schwierig wird, die Augen nicht vor der Selbsterkenntnis zu schließen. Jedesmal, wenn du in diese Situation kommst, und weitergehst, lernst du ein weiteres Tortenstück verstehen. Gambatte kudasai!


So, und abschließend nach all der Herumphilosophiererei, bleibt nur ein Statement:
Shut up and train!


hth

Onikudaki
Fushikaden Dojo Vienna

Frequently (not to ask) questions:
...
2.) Wo bitte ist dieser Kyusho?
...
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04.12.2006, 23:31:33
Beitrag: #9
RE:   Die Gefahr des Ego
Hallo Onikudaki,
Vielen herzlichen Dank für Deine Antwort. Diese läßt mich schon besser verstehen, was gemeint ist. Ich hätte schon fast "Heureka!" gerufen, wäre da nicht

Onikudaki schrieb:[...] Wenn man das Prinzip z.B. der Sanshin no Kata auch im täglichen Leben anwenden kann (in der Arbeit, in einer Diskussion, in einer Beziehung, wenn du krank bist), fängt man schon an zu krabbeln.
[...]

Prinzipiell kann ich mir vorstellen, daß das möglich ist. Bevor ich zum Bujinkan "bekehrt wurde", habe ich Karate trainiert. Das eine oder andere Element aus dem Training - oder sagen wir: Die Intention einer Technik konnte ich auch in den Alltag mitnehmen. Die Technik war egal, wichtig war die Intention,die mit dieser verfolgt wurde - diese Intention hat auch im Alltag manchmal gut gepaßt.

Meinst Du das? Wenn ja: Bitte gib mir einen klitzekleinen Hinweis, wie Du "Sanshin no Kata" in Deinen Alltag einfließen läßt (nur zur Verdeutlichung der Gedanken).
Ich höre dann auch auf, weiter nachzubohren - denn dann heißt es wieder trainieren.


Onikudaki schrieb:[...]
Shut up and train!
[...]

Smile Wie wahr. Ich komme gerade vom Training, somit habe ich kein schlechtes Gewissen. Das Training war wiederum super! Cool

Liebe Grüße, Bushi

Wer weiß wie man aufsteht, kann ruhig 'mal fallen...
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05.12.2006, 10:55:55
Beitrag: #10
RE: Die Gefahr des Ego
Bushi schrieb:Meinst Du das? Wenn ja: Bitte gib mir einen klitzekleinen Hinweis, wie Du "Sanshin no Kata" in Deinen Alltag einfließen läßt (nur zur Verdeutlichung der Gedanken).
Ich höre dann auch auf, weiter nachzubohren - denn dann heißt es wieder trainieren.


Oje, das ist ein Thema, das ist wohl zu lange, um hier diskutiert zu werden. Ich werd mal versuchen, ob ich da ein paar kleine Hints geben kann, die notgedrungen etwas unvollstaendig bleiben muessen.

Die Sanshin no Kata war auch nur ein Beispiel, man kann alles vom Budo anwenden. Aber bleiben wir mal bei der Sanshin no kata.

Die Palette ist sehr bunt. Man kann z.B. Fu no Kata sehr schoen verwenden, um Lichtschalter zu betaetigen Wink .
Wenn du in einer Diskussion ploetzlich angegangen wirst (Ka), kannst du auf viele Weisen reagieren, einfach einen Schutzwall "mauern" (chi), ausweichen und den anderen herunterdaempfen wollen (sui) oder im hoechsten Level (ku) ihn ablenken und total verwirren so dass er die Retourkutsche gar nicht mitbekommt.
Du kannst auch probieren, dich mit dem Feeling der Sanshin no Kata zu bewegen. Du gehst z.B. in einer U-Bahn Station mit festem Schritt, geerdet (chi), oder huepfst luftig durch die Gegend (fu) oder gehst, wenn dir einer etgegenkommt, schnurstracks zielstrebig auf ihn zu, dass er ausweichen muss (ka). Oder so, dass dich die Leute ueberhaupt nicht wahrnehmen (ku).
Das kannst du auch so machen, dass es nicht so offensichtlich ist (obwohl die Reaktionen der Leute oft interessant sind) bzw. genau andere beobachten: wo liegt ihr Schwerpunkt? Im Hara (chi)? Oder in der Brust (fu)? Wie sieht ihre Bewegung aus? Dann weisst du, wie die Leute gerade drauf sind, worauf du dann z.B. ueberlegen kannst: "wenn der jetzt angreifen wuerde, was waere seine Schwachstelle? Wo ist die Balance am leichtesten zu nehmen? Welcher Bereich ist offen (Koerper, Emotionen, Energie, Spirit)?

Oder du verwendest z.B. Fu no Kata um deine Leber wieder an Balance zu bringen.

Das waren jetzt nur ein paar Beispiele, die Moeglichkeiten sind endlos. Kihon Happo bedeutet: die acht Basistechniken, es kann aber auch bedeuten, von einem Punkt aus in unendlich viele Richtungen zu gehen (eine Acht ist nur ein "aufrechtes" unendlich). Same for Sanshin no kata.


hth

Onikudaki
Fushikaden Dojo Vienna

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2.) Wo bitte ist dieser Kyusho?
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